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Wer in der Schweiz oder in den angrenzenden Ländern ein Casino besucht, sieht am Eingang häufig das gleiche Piktogramm: eine durchgestrichene Kamera. Das ist kein Zufall. Casinofotografie ist in den meisten Spielbanken aus drei Gründen untersagt: Diskretion der Gäste, Sicherheit und der Schutz des Spielbetriebs. Viele Stammgäste möchten nicht, dass bekannt wird, dass sie spielen – sei es aus beruflichen oder familiären Gründen. Zudem könnten Fotos von Tischen und Automaten Aufschluss über Sicherheitsvorkehrungen geben. Und nicht zuletzt stören Blitzlicht und herumlaufende Fotografen den konzentrierten Ablauf am Pokertisch.
In der Schweiz regeln die Casinos das Fotografieren in ihren Hausordnungen. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) verlangt von den konzessionierten Häusern klare Regeln zum Schutz der Gäste und zur Bekämpfung der Geldwäscherei. Ein generelles Verbot von Fotos in den Spielsälen ist die übliche Umsetzung. Wer dennoch fotografiert, riskiert nicht nur einen Hausverweis, sondern in schweren Fällen eine Anzeige wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts.
Ein typisches Beispiel: Im Arosa Casino, einem der kleinsten Häuser der Schweiz, hängt der Hinweis bereits am Eingang zur Empore. Gäste, die den Blick über den Bündner Kurort festhalten wollen, werden höflich gebeten, das Handy wegzupacken. Ähnlich handhabt es das Restaurant Casino Altstetten in Zürich, das zwar primär ein Gastrobetrieb ist, aber im hinteren Bereich Spielautomaten führt und dort ebenfalls keine Aufnahmen duldet.
Die Regel ist einfach: Aussenaufnahmen sind meist unproblematisch, Innenaufnahmen fast nie. Die Fassade des Casino Royal KKL in Luzern oder die Glasfront des Grand Casino Baden dürfen Sie von der Strasse aus fotografieren. Auch im Empfangsbereich, an der Garderobe oder im Restaurant ist das Smartphone oft noch geduldet, solange keine Gäste erkennbar sind. Sobald Sie jedoch den eigentlichen Spielsaal betreten, gilt das Verbot.
Wer beruflich Bilder benötigt – etwa für eine Publikation über Casino-Architektur oder für einen Reisebericht –, muss sich vorgängig an die Kommunikationsabteilung des Hauses wenden. Seriöse Casino-Betreiber stellen auf Anfrage lizenzierte Pressebilder zur Verfügung, oft gegen eine schriftliche Vereinbarung. Das ist der einzige Weg, legal an Innenaufnahmen zu kommen. Eigenmächtiges Fotografieren mit der Begründung, man sei Journalist, hilft nicht weiter: Das Hausrecht bleibt stärker.
Besonders heikel ist das Fotografieren von Personen. Auch wenn das Casino keine Fotos erlaubt, gilt zusätzlich das schweizerische Datenschutzgesetz. Wer Gäste ohne deren Einwilligung aufnimmt und die Bilder veröffentlicht, macht sich strafbar. Bei Gruppenaufnahmen im Rahmen einer geschlossenen Gesellschaft – etwa an einem Firmenanlass – sollten Sie vorher das Einverständnis aller Beteiligten einholen und dies im Zweifel schriftlich festhalten.
Ähnlich wie der Dresscode dient das Fotoverbot der Atmosphäre. In Häusern wie dem Casino Lindau am Bodensee oder dem Casino Kirrwiller im Elsass wird von Gästen erwartet, dass sie sich zurückhaltend kleiden und verhalten. Wer mit einer grossen Spiegelreflexkamera anrückt, fällt auf und wird vom Sicherheitspersonal meist schon vor dem Spielsaal angesprochen. Wer nur mit dem Handy in der Handtasche erscheint, hat weniger Probleme – solange das Gerät in der Tasche bleibt.
Wenn Sie planen, ein Casino zu besuchen und vielleicht das eine oder andere Erinnerungsfoto zu machen, klären Sie die Regeln vorher. Ein Blick auf die Website des Hauses genügt meist: Dort steht unter «Hausordnung» oder «FAQ», ob und wo fotografiert werden darf. In der Schweiz sind die Bestimmungen relativ einheitlich, aber es gibt Ausnahmen. So erlaubt das Casino Bern in ausgewiesenen Bereichen des Foyers Aufnahmen ohne Blitz und ohne Personen. Im Spielsaal selbst gilt auch dort ein striktes Verbot.
Eine weitere Möglichkeit: Buchen Sie einen geführten Besuch ausserhalb der Spielzeiten. Einige Häuser bieten Führungen an, bei denen Sie den Spielsaal leer erleben und fotografieren dürfen. Das ist die sauberste Lösung, wenn Sie Bilder für einen Vortrag oder einen Artikel benötigen. Fragen Sie am Empfang nach solchen Terminen – sie sind oft günstig oder sogar kostenlos.
Falls Sie beim Spielen selbst filmen oder streamen möchten: Das ist in praktisch allen Schweizer Casinos verboten. Weder am Pokertisch noch am Automaten dürfen Kameras oder Smartphones sichtbar sein. Wer beim Pokern heimlich filmt, riskiert nicht nur den Hausverweis, sondern auch eine Sperre für alle konzessionierten Häuser. Die Casinos tauschen solche Informationen untereinander aus, ähnlich wie bei Selbstsperren.
Das Sicherheitspersonal ist geschult, Fotografierer früh zu erkennen. Wer erwischt wird, dem wird zunächst höflich bedeutet, das Gerät wegzulegen. Bei Wiederholung oder bei Aufnahmen von Personen folgt der Hausverweis. In schweren Fällen – etwa wenn Sicherheitseinrichtungen fotografiert werden – kann das Casino eine Anzeige erstatten. Die Hürde dafür ist in der Schweiz allerdings hoch, weil die Betreiber grossen Wert auf Diskretion legen und öffentliche Verfahren scheuen.
Für die meisten Besucher bleibt das Thema unkompliziert: Sie lassen die Kamera in der Tasche, geniessen den Abend und kaufen sich stattdessen eine Postkarte oder ein Andenken im Foyer. Das ist nicht nur regelkonform, sondern auch die entspanntere Variante. Wer trotzdem Bilder braucht, findet sie auf den offiziellen Kanälen der Casinos – und kann sich so den Ärger am Eingang sparen.
Ein letzter Hinweis: Auch in Online-Casinos gibt es Regeln zur Nutzung von Bildmaterial. Wer Screenshots von Spielen veröffentlicht, sollte die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters prüfen. Das ist zwar kein Casino-Besuch, aber dieselbe Logik: Diskretion und Rechte Dritter gehen vor.