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Firmenjubiläen, Hochzeiten im Winter, Vereinsabende in der Migros-Klubschule: Wer einen Abend mit Casino-Atmosphäre plant, mietet selten einen echten Spielsaal, sondern baut ihn nach. In Zürich, Basel und der Genferseeregion gibt es dafür spezialisierte Anbieter, die Roulette-Kessel, Blackjack-Tische, Jetons und einen Croupier gleich mitliefern. Die Nachfrage ist besonders zwischen November und Februar hoch, weil viele Firmen ihr Jahresessen mit einem Motto verbinden.
Ein realistischer Preisrahmen: Ein Roulette-Tisch mit Kessel und Croupier kostet für einen Abend je nach Anbieter und Wegstrecke zwischen 600 und 1'200 Franken, ein Blackjack-Tisch ohne Personal ab etwa 250 Franken. Dazu kommen Lieferung und Rücktransport, häufig pauschal 150 bis 300 Franken innerhalb der Deutschschweiz. Wer nur Deko will – Spielkarten, Jetons als Tischkarten, ein beleuchtetes «Casino»-Schild –, liegt oft unter 200 Franken.
Praktisch ist es, die Miete früh zu reservieren: Gute Croupiers sind an Samstagen im Dezember Monate im Voraus ausgebucht. Und wer in einem Hotel oder Restaurant feiert, klärt vorher mit dem Betrieb, ob Tische aufgestellt werden dürfen und wie laut die Anlage sein darf.
Ein wichtiger Punkt, den viele übersehen: Sobald echtes Geld auf dem Tisch liegt, wird aus dem Spass ein Glücksspiel im Sinne des Geldspielgesetzes. Reine Unterhaltungsabende mit Spielgeld, bei denen kein Einsatz und kein Gewinn in Franken ausgezahlt wird, fallen nicht darunter. Wer aber Eintrittsgeld nimmt und Preise in bar ausschüttet, bewegt sich in einer Grauzone und braucht eine Bewilligung der zuständigen kantonalen Behörde. Die Anbieter von Mietdeko kennen diese Grenze und liefern standardmässig Spielgeld mit.
Für private Feiern ist die Sache meist unkompliziert, solange niemand etwas gewinnt, das einem Geldeswert entspricht. Bei Firmenanlässen lohnt sich ein kurzer Blick in die Hausordnung des Betriebs und eine schriftliche Bestätigung des Vermieters, dass keine echten Einsätze verwendet werden.
Am häufigsten wird das europäische Roulette mit 37 Zahlen gespielt, also mit einfacher Null. Der Bankvorteil liegt dadurch bei 2,7 Prozent – beim amerikanischen Kessel mit doppelter Null sind es 5,26 Prozent. Für einen Firmenanlass ist das relevant, weil es den Unterschied macht, wie schnell das Spielgeld weg ist und wie lange der Abend trägt.
Die Grundregeln sind schnell erklärt: Einsätze werden vor dem Ansagewort «Rien ne va plus» gesetzt, danach nicht mehr verändert. Gewinne auf einfachen Chancen wie Rot oder Geradeaus zahlen 1:1, ein Plein auf eine einzelne Zahl 35:1. Ein häufiger Fehler bei Anfängern ist, mitten im Wurf noch Jetons zu verschieben – der Croupier annulliert den Einsatz dann oft ganz.
Wer als Gastgeber einen Tisch mietet, sollte ausserdem klären, ob der Croupier die Regeln zu Beginn kurz erklärt. Gute Anbieter machen das standardmässig in zehn Minuten, bevor der erste Wurf läuft. Das ersetzt jede gedruckte Anleitung.
Wer einen echten Spielsaal besucht statt selbst zu dekorieren, kennt das Problem: Die Parkplatzsituation rund um die grossen Häuser ist eng. Beim Casino Basel sind die Plätze in der umliegenden Blauen Zone abends knapp, und das Parkhaus beim Grand Casino Basel füllt sich an Wochenenden früh. In Davos ist die Lage entspannter, aber im Januar während des Weltwirtschaftsforums praktisch aussichtslos – dort fahren viele mit der Rhätischen Bahn an.
Ein Mini-Szenario aus der Praxis: Ein Team aus Winterthur will im Dezember einen Firmenabend mit Casino-Thema. Es mietet Tische für 800 Franken, nimmt Spielgeld statt Bargeld und bucht den Anlass bewusst an einem Donnerstag. So bleiben die Kosten tief, die Croupiers sind verfügbar, und die Gäste kommen mit dem Zug heim.
In Schweizer Spielbanken gilt ein gepflegter Auftritt; ein Chic-Dresscode mit Sakko ist in den grösseren Häusern üblich, aber selten streng kontrolliert. Für gemietete Tische zu Hause gibt es keine Vorgaben – wer aber Wert auf Atmosphäre legt, bittet die Gäste um «smart casual» und stellt das im Einladungstext klar.
Ob man nun selbst dekoriert oder einen Saal besucht: Entscheidend ist, dass die Erwartungen vorher geklärt sind. Ein Abend, an dem alle wissen, dass mit Spielgeld gespielt wird und niemand etwas gewinnen kann, ist entspannter als einer, bei dem die Grenze unklar bleibt.